Ein Essay über die Wichtigkeit der Bildung für den sicheren Umgang mit dem Internet.

Es ist wieder einmal eine Deutsch-Prüfung für den morgigen Tag angesagt. Ich sitze wie immer am Abend vorher zuhause, immer am gleichen Tisch und mit dem Wissen, dass ich jetzt die Zeit nutzen und den Stoff noch ein letztes Mal repetieren sollte. Aber immer überkommt mich diese Verlockung, es sein zu lassen. Mein Interesse beschränkt sich sowieso nur auf die Informatik und nicht auf Deutsch. Dennoch lese ich den vorliegenden Text noch einmal durch. Es geht um ein Interview mit Roland Reichenbach, der sich über verschiedene Fragen zum Thema Schule, Bildung und Erziehung äussert. Die Gesellschaft wirft der Schule vor, dass sie nicht mit der Zeit gehe (Z. 1) und zu «langsam» sei (Z. 11). Reichenbach entgegnet dem, dass die Schule eben gerade langsamer werden solle, denn Lernen und Üben brauche Zeit (Z. 2-3). Auch erwähnt er, dass das Neue einen prinzipiell guten Ruf habe, obwohl das Neue nicht immer besser sei (Z. 18-19). Am Ende des Interviews wird gesagt, dass sich Lernende wegen der Digitalisierung nur noch schnell im Internet informieren, aber nicht mehr wirklich lernen (Z. 28-29). Nach dieser wiederholten Lektüre beginne ich mir trotz meiner anfänglichen Ablehnung Fragen zu stellen: Was sind denn wichtige Dinge, die die Schule lehren sollte? Welche Themen sind heute wichtiger denn je und sollten auch in der Schule an Bedeutung gewinnen?
Ich muss schon sagen: Kurz vor dem Unterricht noch eine Zusammenfassung der Lektüre – die auf heute hätte gelesen werden müssen – mit KI generieren zu können, ist schon äusserst praktisch. Aber erstens ist damit der Lerneffekt drastisch gesunken und nahezu null und davon abgesehen, weiss ich nie, ob diese Zusammenfassungen der KI wirklich der Wahrheit entsprechen oder genau das Wichtigste beinhalten. Auch bei allen anderen Informationen und Inhalten im Internet gehe ich oft blind davon aus, dass sie ja schon stimmen werden. Wenn ich so darüber nachdenke, machen wir uns so schon sehr verletzlich gegenüber der KI und dem Internet, wenn wir dieser Flut an Informationen einfach blind glauben. Hier käme dann wohl kritisches Denken ins Spiel. Wahrscheinlich ist dies eine der wichtigsten Grundkompetenzen, die gelernt sein sollte, um sich im Internet sicher zu bewegen und sich vor Falschinformationen schützen zu können. Würde man jede Information mit gesundem Menschenverstand und unter Anwendung von kritischem Denken betrachten, könnten wir wohl die Tools, wie KI und das Internet, effizienter und sorgenlos verwenden. Kritisches Denken ist also ein solches Thema, dass an Bedeutung gewinnen wird und mit der Digitalisierung immer wichtiger wird.
Obwohl …, ist das Internet denn so harmlos? Nein. Genau das wird oft unterschätzt. Das Internet ist nicht ein Ort, wo man jedem und allem trauen kann und wo man unbesorgt hindurch wandern kann. Jede Webseite, jeder Button, jeder Link und jede geteilte oder heruntergeladene Datei bergen eine Gefahr. Malware, auch Schadprogramme genannt, Hackerangriffe, Social-Engineering-Angriffe wie Phishing sind nicht nur Fiktion, sondern eine grosse reale Gefahr – für jeden, nicht nur immer für die anderen. Vor diesen Gefahren sollte man sich also auch noch schützen. Auch hier ist es doch die Aufgabe der Schule, die Lernenden auf die Welt im digitalen Raum vorzubereiten. Cybersicherheit sollte eigentlich noch eine grössere Wichtigkeit in der schulischen Ausbildung erhalten. In der Berufswelt ist Cybersicherheit von grosser Bedeutung und Cybersicherheitsexperten betonen immer öfter die Notwendigkeit zur Weiterbildung der Angestellten in Bezug auf Cybersicherheit. Wieso sollte also die Schule nicht auch schon einen Beitrag dazu leisten und die Lernenden auf die Wichtigkeit von Cybersicherheit aufmerksam machen und wichtige Themen in diesem Zusammenhang behandeln?
Kritisches Denken und Cybersicherheit werden also immer wichtiger und sollten auch in der Schule an Bedeutung gewinnen. Das sind nur zwei Dinge, aber aus meiner Sicht würden diese schon viel helfen, den Lernenden eine gute Wissensbasis zu bieten, Tools, wie KI und das Internet, effizient, sicher und verantwortungsvoll zu nutzen. Natürlich hat die Schule noch viele weitere Aufgaben. Aber in Bezug auf die Digitalität und unseren derzeitigen Wandel der Berufswelt, sind diese beiden Punkte sicherlich von grosser Bedeutung und sollten auch in der Schule nicht zu kurz kommen. Jetzt bin ich ganz schön vom Lernen abgekommen. Aber vielleicht ist es gar nicht schlecht, sich solche Gedanken zu machen. Ich habe es zumindest versucht, noch zu denken und nicht einfach KI zu fragen.